Antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT)

Bakterien bekämpfen mit Licht

Bakterien im Mund sind nicht nur ein Problem für die Zähne. Sie können über kleine Verletzungen im Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen und den gesamten Körper belasten. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen krankem Zahnfleisch und ernsteren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Diabetes, Rheuma und sogar Frühgeburten. In unserer Zahnarzt Herne Praxis setzen wir deshalb auf die antimikrobielle photodynamische Therapie, kurz aPDT (Antimikrobielle photodynamische Therapie), ein modernes und schonendes Verfahren, das Bakterien gezielt mit Licht bekämpft.

Photodynamische Therapie mit ORALIA

Die antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT) ist ein schonendes Verfahren, bei dem Keime – zum Beispiel in Zahnfleischtaschen oder auch im Zahn – mittels eines Laser-aktivierbaren Farbstoffs zerstört werden. Dabei wird das gesunde Gewebe geschont und es entstehen auch keine systemischen Nebeneffekte, wie sie zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika entstehen können.

Eingesetzt wird die Photodynamische Therapie bei parodontalen, periimplantären, endodontischen und sonstigen oberflächlichen Entzündungen.

Der Farbstoff wird dorthin gebracht, wo sich die Keime befinden – zum Beispiel in die Zahnfleischtasche oder in den Zahn. Dort lässt man den Farbstoff kurz einwirken, sich also mit den Keimen verbinden. Der überschüssige Farbstoff wird aus- bzw. abgespült.

Nun wird der Laser verwendet, um den Farbstoff zu bestrahlen. Diese Bestrahlung ist komplett schmerzfrei, da hierfür schon ein sehr sanftes Laserlicht ausreicht. Durch die Bestrahlung bildet der Farbstoffs reaktiven Sauerstoff, der die Keime – beziehungsweise deren Hüllen/Membrane – zerstört, so dass das Bakterium zerplatzt und die Reste dann vom Körper „entsorgt“ werden.

Darüber hinaus bewirkt die nicht in dem Farbstoff absorbierte, sanfte Laser-Energie mit einem photobiologischen Effekt eine Heilungsunterstützung – gleichzeitig zur Bakterienreduktion.

Quellenangabe: Bild / Text wurden vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Wie funktioniert die aPDT?

Die Behandlung läuft in drei Schritten ab.

Zunächst wird ein spezieller Farbstoff in die betroffenen Bereiche eingebracht, zum Beispiel in Zahnfleischtaschen oder in den Zahn selbst. Dieser Farbstoff verbindet sich mit den Bakterien und lagert sich an deren Hüllen an. Überschüssiger Farbstoff wird anschließend ausgespült.

Im zweiten Schritt aktiviert ein sanftes Laserlicht den Farbstoff. Durch die Bestrahlung entsteht reaktiver Sauerstoff, der die Bakterien zielgenau zerstört, ohne dass umliegende gesunde Gewebe zu schädigen.

Im dritten Schritt unterstützt die Laserenergie zusätzlich die Wundheilung, sodass sich das Gewebe schneller erholen kann.

Die gesamte Behandlung dauert etwa 45 bis 60 Minuten, ist vollständig schmerzfrei und kommt ohne Betäubung aus.

Warum die aPDT eine sinnvolle Wahl ist

Lange Zeit waren Antibiotika das Mittel der Wahl bei hartnäckigen Bakterien im Mund. Diese haben jedoch Nebenwirkungen und tragen zur Bildung resistenter Keime bei. Die aPDT bietet eine wirksame Alternative:

Kein Skalpell, keine Antibiotika
Die Behandlung ist minimal-invasiv und kommt ohne operative Eingriffe oder medikamentöse Nebenwirkungen aus.
Gezielt und gewebeschonend
Nur die Bakterien werden abgetötet. Das gesunde Gewebe bleibt vollständig erhalten.
Verbesserte Wundheilung:
Der photobiologische Effekt des Laserlichts regt das Gewebe zur schnelleren Regeneration an.
Keine bekannten Nebenwirkungen:
Die aPDT gilt bisher als nebenwirkungsfreies Verfahren und ist auch für Patienten geeignet, die Antibiotika nicht vertragen.

Eingesetzt wird die aPDT bei Parodontitis, Entzündungen rund um Implantate, bei der Wurzelbehandlung sowie bei oberflächlichen Entzündungen im Mundbereich. Ob die aPDT in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gerne im persönlichen Gespräch. Einen Termin können Sie einfach online vereinbaren.

Häufige Fragen zu Antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT)

Bei der herkömmlichen Behandlung werden Bakterien mechanisch entfernt, oft ergänzt durch Antibiotika. Die aPDT (Antimikrobielle photodynamische Therapie) tötet Bakterien gezielt mit Licht ab, ohne Skalpell und ohne Antibiotika, und schont dabei das gesunde Gewebe.

Nein, die Behandlung ist vollständig schmerzfrei und kommt in der Regel ohne Betäubung aus. Das Laserlicht ist so sanft, dass Patienten kaum etwas spüren.

Die aPDT kommt vor allem bei Parodontitis, Entzündungen um Implantate sowie bei Entzündungen im Rahmen einer Wurzelbehandlung zum Einsatz, also überall dort, wo Bakterien gezielt bekämpft werden müssen.

Die Dauer einer Sitzung hängt von der Anzahl der zu behandelnde Zähne ab. In der Regel sind dies 20-45 Minuten. Wie viele Sitzungen notwendig sind, hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und wird individuell mit Ihnen besprochen.

In vielen Fällen ja, da sie Bakterien ebenso wirksam bekämpft, ohne die typischen Nebenwirkungen einer Antibiotikagabe. Ob sie im Einzelfall ausreicht, beurteilen wir gemeinsam mit Ihnen nach einer gründlichen Untersuchung.