Wer Angst vor dem Zahnarztbesuch hat, kennt das Gefühl. Man schiebt Termine hinaus, obwohl man weiß, dass es eigentlich nicht gut ist. Für genau diese Situation wird seit Jahrzehnten die Lachgas-Sedierung eingesetzt, ein Verfahren, das über die Jahre stetig weiterentwickelt wurde. Gleichzeitig taucht im Netz immer wieder die Frage auf, ob Lachgas beim Zahnarzt eigentlich gefährlich ist. Diese Frage verdient eine sachliche Antwort.
Für wen Lachgas sinnvoll sein kann – und für wen nicht
Lachgas ist nicht für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Wer starke Zahnarztangst hat, einen ausgeprägten Würgereiz mitbringt oder sich eine entspanntere Behandlung wünscht, kann von einer Lachgas-Sedierung profitieren. Auch bei Kindern wird es in manchen Fällen eingesetzt, wenn eine notwendige Behandlung sonst kaum durchführbar wäre.
Nicht geeignet ist Lachgas bei bestimmten Vorerkrankungen. Dazu gehören schwere Atemwegserkrankungen, ein Vitamin-B12-Mangel, eine Schwangerschaft im ersten Trimester oder eine starke Erkältung mit verlegter Nase, da das Gas über die Atemwege aufgenommen wird. Ob eine Sedierung infrage kommt, wird immer vorab im persönlichen Gespräch mit dem Zahnarzt geklärt.
Was Lachgas ist (und was es nicht ist)
Lachgas (chemisch: Distickstoffmonoxid) ist ein farb- und geruchloses Gas, das über eine Nasenmaske eingeatmet wird. Es wirkt dämpfend auf das Nervensystem und erzeugt ein Gefühl von Entspannung und leichter Schwere. Manche Patienten beschreiben ein leichtes Kribbeln in den Händen, andere empfinden eine angenehme Taubheit im Körper.
Lachgas ist keine Vollnarkose. Der Patient bleibt bei Bewusstsein, kann sprechen und auf Ansprache reagieren. Die örtliche Betäubung ist weiterhin notwendig, denn Lachgas schaltet den Schmerzreiz nicht vollständig aus. Es nimmt vor allem die innere Anspannung, nicht den Schmerz. Diesen Unterschied zu kennen hilft, die Erwartungen realistisch einzuordnen.
Sicherheitsaspekte und typische Fragen
Lachgas gilt bei sachgerechter Anwendung als sehr sicher und ist in der Zahnmedizin intensiv untersucht worden. Ein wesentlicher Vorteil ist die gute Steuerbarkeit: Die Konzentration lässt sich während der Behandlung jederzeit anpassen. Nach dem Absetzen verlässt das Gas den Körper innerhalb weniger Minuten vollständig über die Atemwege, ohne dass Leber oder Niere dabei beteiligt sind.
Mögliche Nebenwirkungen sind selten und meist mild. Leichte Übelkeit, kurzer Schwindel oder ein vorübergehendes Benommenheitsgefühl können vorkommen, klingen aber rasch ab. Bei korrekter Dosierung und Überwachung durch geschultes Praxispersonal treten ernsthafte Zwischenfälle kaum auf.
Ablauf in der Praxis und Verhalten danach
Vor der Behandlung sollte man nicht mit vollem Magen erscheinen, da eine schwere Mahlzeit unmittelbar vorher ungünstig ist. Die Nasenmaske wird zu Beginn aufgesetzt und das Gas in einer individuell abgestimmten Konzentration eingeleitet. Nach dem Eingriff wird für einige Minuten reiner Sauerstoff eingeatmet, damit das Lachgas vollständig ausgeatmet wird.
Da die Wirkung schnell nachlässt, ist Autofahren danach in der Regel möglich. Das unterscheidet Lachgas deutlich von einer klassischen Sedierung mit Beruhigungsmedikamenten. Dennoch sollte jeder Patient nach dem eigenen Befinden beurteilen, ob er sich sicher genug fühlt.
Fazit
Lachgas ist ein bewährtes und gut verträgliches Hilfsmittel für Menschen, die den Zahnarztbesuch als belastend erleben. Bei fachgerechter Anwendung ist es nicht gefährlich. Wer unsicher ist, ob eine Lachgas-Sedierung infrage kommt, sollte das beim nächsten Zahnarzttermin ansprechen. Bei Zahnarzt Herne kann dafür gerne ein Termin über die Online-Terminvergabe vereinbart werden.
Ihr Zahnarzt Herne Team von Dr. Olivier


